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Haus St. Josef
Lüdenscheid


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Was bedeutet “systemischer Ansatz” / “systemische Therapie”?


Was ist systemisches Denken und Handeln?


Systemisches Denken beschäftigt sich mit der Vielzahl von Wechselwirkungen in komplexen Systemen. Es basiert zum einen auf systemtheoretischen Überlegungen, die Aufbau, Funktionen und Interaktionsprozesse von Systemen in den Mittelpunkt der Betrachtungen stellen. Systemische Therapie betrachtet den einzelnen Menschen im Beziehungsgefüge seines Umfeldes und sieht Symptome als Ausdruck bestimmter Beziehungsmuster.


In der systemischen Arbeit achten wir daher nicht nur auf das Verhalten und die Aussagen einer einzigen Person, sondern wir richten den Blick auf das gesamte System:


- Wer steht, wem nahe – wo gibt es Differenzen oder Distanz?- Welche Beziehungsmuster sind unter den anwesenden Personen zu beobachten?- Welche Interaktionen und Wechselwirkungen sind erkennbar?    - Gibt es untereinander emotionalen Rückhalt / Stabilität oder Rivalität und Ausgrenzung?    - Sind die Beschreibungen übereinander ausgewogen oder einseitig?    - Wie wird miteinander gesprochen (Umgangston, Reihenfolge, Hierarchie ...)?    - Welche Familienphilosophie ist erkennbar?    - Sind die Generationsgrenzen klar, diffus oder wechselhaft?


Ausgehend von dem Menschenbild, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist, wird in den Gesprächen durch die therapeutische Grundhaltung der Allparteilichkeit (Neutralität) und die unterschiedlichen Fragetechniken, die Intention verfolgt: Allen Personen Raum zu geben, gemeinsam Lösungen zu suchen und eine neue Wirklichkeit bzw. mehrere (Lösungs-)Ideen zu konstruieren.


Hierbei gibt es für uns keine richtigen oder falschen Wege, sondern wir suchen gemeinsam mit den Kinder, Jugendlichen und Eltern die für die Familie nützlichen Wege!  




Antworten auf Fragen, die Sie vielleicht interessieren

Wenn Sie weitere Fragen haben, so nehmen Sie einfach mit uns direkt Kontakt auf.


Behalte ich das Sorgerecht bei einer Aufnahme meines Kindes/Jugendlichen im Haus St. Josef?

Ihr Sorgerecht hat mit der Inanspruchnahme einer Jugendhilfe nichts zu tun. Sie als Eltern behalten weiterhin das volle Sorgerecht und werden dementsprechend auch mit in die Erziehung Ihrer Tochter/Ihres Sohnes einbezogen. Nur in seltenen Fällen wird vom Familiengericht die Einschränkung des Sorgerechtes verfügt. Dies ist nur möglich, wenn das „Kindeswohl” deutlich gefährdet ist. Ein Sorgerechtsentzug “für immer” ist grundsätzlich nicht möglich. Die Eltern behalten den Anspruch, die Sorgerechtsfrage vom Familiengericht jederzeit überprüfen zu lassen.


Werde ich weiterhin in die Erziehung meiner Tochter/meines Sohnes mit einbezogen?

Da die Zusammenarbeit mit Ihnen als Eltern eine Grundlage für einen positiven Verlauf der Hilfe ist, ist uns ein regelmässiger Austausch über Ihre Tochter/Ihren Sohn sehr wichtig. Dies bedeutet, dass Sie in wichtigen Fragen z.B. in Bezug auf Schule und Ausbildung, Veränderung der Hilfeform, ärztliche Behandlungen etc. mit einbezogen werden. Ausserdem unterrichten wir Sie sofort, wenn es grössere Probleme gibt oder wir bestimmte Situationen nicht einschätzen können.


Darf ich weiterhin Kontakt zu meiner Tochter/meinem Sohn haben?

Grundsätzlich unterstützen wir den Kontakt zwischen Ihnen und Ihrem Kind. In wenigen Fällen kann es sein, dass wir vorübergehend eine “Kontaktpause” für sinnvoll halten. Sollte dies der Fall sein, so werden wir mit Ihnen darüber reden und begründen, warum wir dies so sehen. Erfahrungsgemäss sind “Kontaktpausen” gute Grundlagen für “Neuanfänge”.


Wann und wie oft darf ich meine Tochter/meinen Sohn besuchen?

Grundsätzlich gibt es bei uns keine festen Besuchszeiten. Wann und wie oft Sie Ihre Tochter/Ihren Sohn besuchen möchten, sprechen wir gemeinsam mit dem Jugendamt im Hilfeplanverfahren ab.  


Darf meine Tochter/mein Sohn bei mir am Wochenende übernachten?

Viele von den bei uns lebenden Kindern/Jugendlichen haben Kontakt zu Ihren Eltern und verbringen z.T. auch ein Wochenende bei Ihnen. Wenn Sie und Ihre Tocher/Ihr Sohn dies möchten und von unserer Seite oder von Seiten des Jugendamtes nichts dagegen spricht, steht einer Übernachtung bei Ihnen nichts im Wege.



Muss ich mich an den Kosten der stationären Jugendhilfe beteiligen?

Da Sie auch Lebenshaltungskosten sparen wenn Ihre Tochter/Ihr Sohn nicht bei Ihnen lebt, wird eine Beteiligung an den Kosten grundsätzlich vom Jugendamt geprüft. Die Höhe der Beteiligung ist abhängig von Ihren Einkünften und finanziellen Belastungen. Sprechen Sie bitte in diesem Bezug konkret Ihr Jugendamt an.


Bekommt mein Kind Taschengeld?

Ihre Tochter/Ihr Sohn bekommt monatlich einen festen Betrag an Taschengeld. Dieses wird von den zuständigen MitarbeiterInnen ausgezahlt und richtet sich nach dem Alter Ihres Kindes. Außerdem erhält Ihre Tochter/Ihr Sohn monatlich “Bekleidungsgeld”. Dies wird jedoch, je nach Alter und Zuverlässigkeit des Kindes/Jugendlichen, ggf. mit einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter in Bekleidung “umgesetzt”, um sicherzustellen, dass die wichtigsten Kleidungsstücke vorhanden sind. Ausserdem besteht die Möglichkeit, dass Sie mit Ihrer Tochter/Ihrem Sohn “shoppen” gehen.


Darf ich mitbestimmen über die Art der Hilfe für meine Tochter/meinen Sohn bzw. für uns als Familie?

Laut dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) haben Sie ein Mitsprache- und Wahlrecht. Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes werden mit Ihnen ausführlich besprechen, welche Hilfen für Sie in Frage kommen und für sinnvoll erachtet werden.


Was kann ich tun, wenn ich mit dem Umgang mit meinem Kind nicht einverstanden bin?

Als erste Ansprechpartner/in ist die Bezugspädagogin/der Bezugspädagoge für die alltäglichen Belange zuständig. Sollte darüber hinaus noch weiterer Klärungsbedarf bestehen, steht Ihnen die jeweilige Gruppenleitung und auch die pädagogische Leitung und Einrichtungsleitung zur Verfügung.



 


Der Ablauf einer Aufnahme im Haus St. Josef


In aller Regel nimmt das Jugendamt zu uns als erstes Kontakt auf, um zu klären, ob überhaupt eine Aufnahmemöglichkeit besteht. Nachfolgend wird ein gemeinsamer Vorstellungstermin vereinbart, bei dem Sie uns und die Einrichtung, aber auch wir Sie und Ihr Kind/Jugendliche(n) kennen lernen. Unter anderem möchten wir auch klären, welche Gruppe bzw. welche Art von Hilfe für ihre Tochter/ihren Sohn am sinnvollsten ist.


Meistens vereinbaren wir ein "Probewohnen", wo Ihr Sohn/Ihre Tochter bis zwei Tage in der vorgesehenen Wohngruppe verbringt. Dies dient dem gegenseitgen Kennenlernen.


Haben Sie und Ihr Kind sich für eine Wohnform bei uns entschieden und wir uns die Aufnahme in unserer Einrichtung vorstellen können, dann findet ein gemeinsames Aufnahmegespräch statt. Hieran wird in der Regel auch die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter des Jugendamtes teilnehmen.


Grundsätzlich ist uns der Kontakt zu Ihnen als Eltern sehr wichtig. In regelmässigen Abständen finden daher auch Familiengespräche statt. Wie oft diese stattfinden, werden wir gemeinsam individuell mit Ihnen vereinbaren.